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Retrofit im Rechenzentrum: Kaltgangeinhausung nachrüsten ohne Downtime – geht das?

Warum das Thema „Retrofit“ jetzt geschäftskritisch ist Viele Bestands-Rechenzentren stehen heute vor einer doppelten Herausforderung. Einerseits steigen die Strompreise und damit die Betriebskosten (OPEX) unaufhaltsam. Andererseits verschärft der Gesetzgeber mit dem neuen Energieeffizienzgesetz (EnEfG) die Anforderungen an die Energieverwendung im Rechenzentrum massiv. Wer heute noch mit offener Luftführung arbeitet, verschwendet nicht nur teuer gekühlte Luft durch Kaltluftkurzschlüsse, sondern riskiert auch die Langlebigkeit seiner Hardware durch unkontrollierte Hotspots. Das Problem: Ein kompletter Neubau oder eine Abschaltung für Umbaumaßnahmen kommen für 99 % aller Betreiber nicht infrage. Hier schlägt die Stunde des professionellen Retrofits.  

Retrofit im RZ: Geht das ohne Abschaltung? Ja!

  • ✅ Null Risiko: Die Montage erfolgt im laufenden Betrieb. Ihre IT-Verfügbarkeit bleibt zu jeder Zeit bei 100 %.
  • ✅ Maximale Flexibilität: Dank herstellerunabhängiger Systeme überbrücken wir unterschiedliche Rack-Höhen und -Fabrikate (Skyline-Lösung).
  • ✅ Enorme Effizienz: Senken Sie Ihren PUE-Wert sofort und erfüllen Sie die strengen Vorgaben des EnEfG.
  • ✅ Schneller ROI: Die Investition rechnet sich durch gesenkte Energiekosten oft schon im ersten Jahr.

 

Das „Zero Downtime“-Versprechen: Technische Umsetzung im laufenden Betrieb

Die größte Sorge von RZ-Leitern gilt der Verfügbarkeit der IT. Fragen nach Staubentwicklung, Erschütterungen durch Bohrungen oder gar notwendigen Abschaltungen stehen oft im Vordergrund. Ein modernes Retrofit-Konzept räumt diese Bedenken durch eine spezialisierte Montage-Methodik aus, die gezielt auf den aktiven Betrieb ausgelegt ist:

  • Präzision durch technisches Aufmaß: Den Grundstein bildet eine lückenlose Bestandsaufnahme. Mittels hochpräzisem Aufmaß werden Unebenheiten im Doppelboden sowie der Verlauf jeder Kabeltrasse exakt erfasst. Diese Detailtiefe ist die Voraussetzung für eine spätere, spaltfreie Montage.
  • Vibrationsfreie Klemm- und Profilsysteme: Anstatt massiver baulicher Eingriffe kommen flexible Profilsysteme zum Einsatz. Diese lassen sich direkt an bestehenden Racks oder der Deckenstruktur fixieren. Da hierbei Klemmverbindungen statt Bohrungen genutzt werden, entfallen gefährliche Metallspäne und Vibrationen vollständig.
  • Integration modularer Türsysteme: Der Zugang zum Gang wird durch den Einsatz modularer Türsysteme realisiert. Diese lassen sich schrittweise vor die Rack-Reihen setzen, wodurch die thermische Trennung ohne Unterbrechung der täglichen Arbeitsabläufe entsteht.
Die „Skyline“-Lösung für heterogene Umgebungen Ein häufiger Mythos besagt, dass eine Einhausung nur bei einheitlichen Rack-Reihen funktioniert. In der Realität findet sich jedoch meist ein „Wildwuchs“ aus Racks verschiedener Hersteller (APC, Rittal, Vertiv, etc.) und unterschiedlicher Höhen. Ein professionelles Retrofit-System löst diese Herausforderung durch herstellerunabhängige Anpassungselemente. Diese schließen die Lücken über den Schränken (die sogenannte Skyline) sowie an den Seiten passgenau ab. Ob ein Rack 42 HE oder 47 HE hoch ist, spielt dabei keine Rolle.

 

Der wirtschaftliche Hebel: Amortisation in weniger als einem Jahr?

Es klingt fast zu gut, um wahr zu sein, aber die Mathematik hinter einem Kaltgang-Retrofit ist eindeutig. Bevor wir uns die nackten Zahlen ansehen, werfen wir einen Blick auf die primären Effizienz-Faktoren, die diesen Hebel ermöglichen:

Faktor Einsparungspotenzial
Kühlenergie Senkung des Verbrauchs um bis zu 30 %
PUE-Wert Verbesserung um oft 0,2 bis 0,5 Punkte
Lüfterleistung Massive Reduzierung der Server-Lüfterdrehzahl (weniger Eigenverbrauch)
Hardware-Lebensdauer Weniger thermischer Stress und Vermeidung von Hotspots

  Diese Faktoren führen in der Summe zu einer drastischen Senkung der Betriebskosten (OPEX). Schauen wir uns dazu ein konkretes Szenario an. Ein Rechenbeispiel aus der Praxis Ein durchschnittliches Bestands-RZ mit 20 Racks und einer IT-Last von 100 kW hat oft einen PUE-Wert von 1,8 oder schlechter. Das bedeutet, 80 % der IT-Leistung werden zusätzlich für Kühlung und Infrastruktur aufgewendet.

  • Maßnahme: Einbau einer Kaltgangeinhausung + Optimierung der Lüfterdrehzahlen + Anhebung der Vorlauftemperatur der Kaltwassererzeugung.
  • Ergebnis: Senkung des PUE auf 1,4.
  • Einsparung: Bei einem Strompreis von 0,30 €/kWh spart der Betreiber jährlich ca. 35.000 € bis 50.000 € an Energiekosten.
  • Amortisation: Da die Kosten für ein modulares Retrofit in diesem Szenario oft im Bereich von 25.000 € bis 40.000 € liegen, ist der Break-Even-Point bereits nach 8 bis 11 Monaten erreicht.

Darüber hinaus sichert die Maßnahme die Einhaltung des EnEfG, was potenzielle Bußgelder verhindert und die Förderfähigkeit durch die BAFA erhöht.  

Die kritischen Faktoren: Worauf Sie beim Retrofit achten müssen

 

  • Brandschutz: Das Drop-Roof-System

Das größte Hindernis bei einer nachträglichen Einhausung ist oft die Brandmeldeanlage (BMA) und die Löschtechnik. Ein festes Dach würde verhindern, dass Löschgas oder Wasser in den Gang gelangt. Die Lösung: Die Löschdüsen der Gaslöschanlage können einfach direkt in die Einhausung geführt werden. Dies stellt sicher, dass das Löschmedium ohne Barriere in den Gang gelangt und ermöglicht ein frühzeitiges Löschen nah an den kritischen Elementen.

  • Blindpanels: Die unterschätzten Helfer

Eine Einhausung ist nur so gut wie ihre Dichtigkeit. Ein Retrofit ist erst dann vollständig, wenn auch alle freien Höheneinheiten (HE) innerhalb der Racks mit Blindblenden verschlossen werden. Ohne diese würde die warme Luft einfach durch die Racks zurück in den Kaltgang wandern.

  • Beleuchtung und Kabelmanagement Ein Dach über dem Gang nimmt Licht weg. Transparente ESG-Glas-Elemente oder hochschlagfeste Polycarbonat-Platten sorgen für Tageslicht-Durchlässigkeit. Optional sind integrierte LED-Systeme mit Bewegungsmeldern in dem Retrofit-Profil eine Lösung.

 

Checkliste für Ihr Retrofit-Projekt

Wenn Sie planen, Ihr Rechenzentrum effizienter zu gestalten, sollten Sie diese 5 Punkte klären:

  1. Bestandsaufnahme: Sind alle Rack-Hersteller und -Höhen dokumentiert? (Stichwort: Skyline-Anpassung).
  2. Luftführung: Wo befinden sich aktuell die Hotspots? (Messung der Server-Eintrittstemperaturen).
  3. Brandschutz: Welche Lösch- und Meldesysteme sind verbaut? Ist ein Drop-Roof-System erforderlich?
  4. Fluchtwege: Bieten die Schiebetüren der Einhausung eine Panikfunktion oder automatische Öffnung?
  5. Monitoring: Haben Sie Sensoren installiert, um den Erfolg der Maßnahme (PUE-Senkung) nachzuweisen?

 

Effizienz als Wettbewerbsvorteil: Jetzt das Potenzial nutzen

Die nachträgliche Kaltgangeinhausung ist kein riskanter Umbau, sondern eine gezielte und rein modulare Optimierung Ihrer bestehenden Infrastruktur. Durch die passgenaue Bauweise lassen sich selbst heterogene Rack-Landschaften mit unterschiedlichen Höhen (Skyline) nahtlos versiegeln, ohne den laufenden Betrieb zu stören. In Anbetracht einer Amortisationszeit von oft weniger als einem Jahr gehört dieses Retrofit zu den rentabelsten Maßnahmen, die ein Rechenzentrum-Betreiber heute tätigen kann. Sie senken nicht nur sofort Ihre Betriebskosten (OPEX), sondern erfüllen auch proaktiv die Anforderungen des Energieeffizienzgesetzes (EnEfG). Möchten Sie wissen, wie hoch das Einsparpotenzial in Ihrem Rechenzentrum konkret ist? Als Experten für herstellerunabhängige Gangeinhausungen unterstützen wir Sie von der ersten Planung bis zur Montage im laufenden Betrieb – damit Ihre IT effizienter arbeitet und Ihre Kosten sinken.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Retrofit

  Muss ich meine Racks austauschen? Nein. Unsere Systeme sind universell und werden an den Bestand angepasst – egal ob Rittal, Knürr, APC, Cobinet oder andere Marken.   Wie lange dauert die Installation? Je nach Größe des Rechenzentrums dauert die Montage vor Ort oft nur wenige Tage. Da wir ohne Downtime arbeiten, wird Ihr Betrieb nicht gestört.   Gibt es staatliche Förderungen? Ja, Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in Rechenzentren sind in Deutschland oft durch die BAFA oder KfW förderfähig. Wir beraten Sie gerne dazu.