Das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) macht Schluss mit Freiwilligkeit: Wer die gesetzlichen PUE-Fristen für Bestandsanlagen reißt, riskiert empfindliche Bußgelder und unnötig hohe Betriebskosten. Die zentrale Herausforderung liegt darin, gewachsene Infrastrukturen bei laufendem Betrieb effizient zu machen. Die Kaltgangeinhausung ist hierbei der wichtigste Hebel im Retrofit, um den PUE-Wert ohne teure Neubauten drastisch zu senken und gesetzliche Vorgaben sicher zu erfüllen.
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Das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) markiert eine Zeitenwende für deutsche Rechenzentren. Es geht nicht mehr nur um die Reduzierung von CO2-Emissionen auf freiwilliger Basis, sondern um messbare Zielwerte:
In vielen gewachsenen Rechenzentren herrscht das Prinzip der „Durchmischungskühlung“. Dabei wird kalte Luft in den Raum (oder den Doppelboden) gepumpt, in der Hoffnung, dass sie die Server erreicht. Physikalisch führt dies jedoch zu zwei massiven Problemen:
| Merkmal | Klassische Kühlung (Bestand) | Mit Kaltgangeinhausung | Ihr Vorteil |
| Luftführung | Unkontrollierte Vermischung (Chaos) | Physische Trennung (Kalt/Warm) | Keine Hotspots, stabile IT |
| Zuluft-Temperatur | Meist 18 °C – 20 °C | 22 °C – 26 °C (ASHRAE) | Enorme Energieeinsparung |
| Lüfterdrehzahl | Hoch (konstant) | Niedrig (bedarfsgeregelt) | Geringerer Eigenstromverbrauch |
| Freie Kühlung | Begrenzt nutzbar | Maximal nutzbar | Kompressor bleibt öfter aus |
| PUE-Beitrag | Hoch (ineffizient) | Niedrig (optimiert) | EnEfG-Konformität erreicht |
Die Kaltgangeinhausung löst dieses Problem durch eine physische Barriere. Der Gang vor den Servern wird durch Decken- und Türsysteme vom restlichen Raum isoliert. Nur dort wird die Kaltluft eingebracht.
Dank der Einhausung kann die Vorlauftemperatur der Klimageräte deutlich angehoben werden. Gemäß den ASHRAE-Empfehlungen sind Temperaturen von 22 °C bis 26 °C für die Hardware absolut sicher, solange sie konstant ankommen. Der Effekt: Die Kältemaschinen arbeiten in einem effizienteren Bereich, und die Anzahl der Stunden, in denen „Freie Kühlung“ (Außenluft) genutzt werden kann, steigt drastisch an. Gleichzeitig können die Lüfterdrehzahlen der Innengeräte gesenkt werden, was den Eigenstromverbrauch der Infrastruktur massiv reduziert.
Ein häufiger Grund, warum Optimierungen im Bestand aufgeschoben werden, ist die Heterogenität der Racks. Über Jahre hinweg wurden Racks verschiedener Hersteller (z.B. Rittal, APC, Vertiv) und in unterschiedlichen Höhen (z. B. 42 HE neben 47 HE) nebeneinander platziert. Für einen effektiven PUE-Wert von 1,5 ist jedoch eine lückenlose Abdichtung entscheidend. Moderne Nachrüstsysteme arbeiten hier mit dem sogenannten Skyline-Prinzip:
In der Industrie wird oft von langen Amortisationszeiten gesprochen. Bei der Optimierung der Luftstromführung im Rechenzentrum ist das Gegenteil der Fall. Da die Energiekosten den größten Teil der Betriebskosten (OPEX) ausmachen, führen Einsparungen in der Kühlung zu einem schnellen Return on Investment. Erfahrungen aus der Praxis zeigen:
Eine Kaltgangeinhausung greift massiv in die Luftzirkulation des Raumes ein – das hat direkte Auswirkungen auf die Brandschutzstrategie. Da die Einhausung den Kaltgang vom restlichen Raum abtrennt, muss sichergestellt sein, dass im Ernstfall Löschgase (wie Novec 1230 oder FM-200) oder Wassernebel ungehindert an die Server gelangen können. In der Praxis haben sich hierfür zwei technische Ansätze etabliert, um die Sicherheit trotz geschlossener Bauweise zu garantieren:
Durch diese Systeme bleibt die Einhausung im Normalbetrieb hocheffizient, bietet aber im Notfall keine Barriere für die Brandbekämpfung.
Die Senkung des PUE-Werts durch eine Kaltgangeinhausung ist weit mehr als eine reine Compliance-Maßnahme für das EnEfG. Es ist eine wirtschaftliche Entscheidung, die Bestandsrechenzentren wettbewerbsfähig hält. Durch die thermische Trennung werden nicht nur gesetzliche Vorgaben erfüllt, sondern auch die Lebensdauer der Hardware verlängert und die Betriebskosten massiv gesenkt. Wer heute in die Präzision seiner Luftführung investiert, baut ein stabiles Fundament für die Anforderungen von morgen. Damit die Umsetzung auch in komplexen Bestandsstrukturen lückenlos gelingt, unterstützen wir Sie als Spezialisten für herstellerunabhängige Kaltgangeinhausungen. Das Team von Kaltgang-Warmgang realisiert passgenaue Lösungen – vom Skyline-Prinzip bis zur Brandschutzintegration. Lassen Sie uns gemeinsam prüfen, wie viel Einsparpotenzial in Ihrer Anlage steckt.